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Das ABC der Reanimation: A – B – C – D einfach erklärt

⏱ 14 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 10.08.2026
Das ABC der Reanimation: A – B – C – D einfach erklärt

Das ABC der Reanimation ist die berühmteste Merkhilfe der Ersten Hilfe: A wie Atemwege, B wie Beatmung, C wie Circulation. Dieser Ratgeber erklärt jeden Buchstaben Schritt für Schritt, zeigt, warum heute die Herzdruckmassage zuerst kommt, wie das D für Defibrillation ins Spiel kommt und wie Laien das Ganze im Ernstfall sicher anwenden.

Zusammengestellt vom Vertriebspartner Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 08/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Kaum eine Eselsbrücke ist so bekannt wie das ABC der Reanimation. Seit Jahrzehnten lernen Ersthelfer, Rettungskräfte und Medizinstudierende die lebensrettenden Maßnahmen in dieser einfachen Buchstabenfolge: A wie Atemwege, B wie Beatmung, C wie Circulation (Kreislauf). Das ABC ordnet das, was im Notfall chaotisch wirkt, zu einer klaren Reihenfolge und gibt damit Sicherheit. Dieser Ratgeber erklärt jeden Buchstaben ausführlich, ordnet ein, warum die moderne Wiederbelebung die Reihenfolge angepasst hat, wie das D für Defibrillation das ABC ergänzt und was Laien konkret tun, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht. Das ABC ist dabei nur eine Gedächtnisstütze und soll niemanden vom Handeln abhalten. Der einzige echte Fehler bei der Reanimation ist, gar nicht zu handeln.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet das ABC der Reanimation?

Das ABC ist eine Merkhilfe, die die wichtigsten Funktionen des menschlichen Körpers in eine sinnvolle Prüf- und Handlungsreihenfolge bringt. Jeder Buchstabe steht für einen lebenswichtigen Bereich, der im Notfall geprüft und gegebenenfalls unterstützt werden muss:

Der Gedanke dahinter ist einfach: Ohne freie Atemwege nützt die beste Beatmung nichts, und ohne funktionierenden Kreislauf gelangt der Sauerstoff nicht dorthin, wo er gebraucht wird – ins Gehirn und in die Organe. Das ABC bildet damit die Kette ab, an der das Leben hängt. Ursprünglich in den 1950er- und 1960er-Jahren als Lehrsystem etabliert, hat es sich über Generationen von Ersthelfern gehalten, weil es unter Stress abrufbar bleibt. Bis heute bildet es das Rückgrat vieler Erste-Hilfe-Kurse.

Warum eine feste Reihenfolge hilft

Im Ernstfall schießt Adrenalin durch den Körper, die Gedanken rasen, und viele Helfer erstarren. Eine eingeübte Buchstabenfolge wirkt dem entgegen: Sie ersetzt Nachdenken durch Abarbeiten. Wer weiß, dass nach A das B und nach B das C kommt, muss im Moment der höchsten Anspannung keine komplizierten Entscheidungen treffen, sondern folgt einem klaren Plan. Diese Entlastung ist der eigentliche Wert des ABC – und der Grund, warum es sich trotz aller medizinischen Weiterentwicklung gehalten hat.

Vom ABC zum CAB: Warum heute das Drücken zuerst kommt

So wertvoll das klassische ABC ist – die Wiederbelebungsforschung hat in den vergangenen Jahren eine wichtige Erkenntnis gebracht: Bei einem plötzlichen Herzstillstand des Erwachsenen ist die Herzdruckmassage die entscheidende und dringlichste Maßnahme. Jede Sekunde, die vergeht, bevor der Brustkorb gedrückt wird, senkt die Überlebenschance. Deshalb haben die internationalen Fachgesellschaften die Betonung verschoben: Nicht mehr das Freimachen der Atemwege und die Beatmung stehen ganz am Anfang, sondern das sofortige, kräftige Drücken.

Aus dem klassischen A-B-C wurde damit sinngemäß ein C-A-B: erst Circulation (Drücken), dann Atemwege, dann Beatmung. Der Hintergrund: In den ersten Minuten nach einem Herzstillstand ist noch sauerstoffreiches Blut im Körper vorhanden. Es muss nur in Bewegung gehalten werden – und genau das leistet die Herzdruckmassage. Das umständliche Freimachen der Atemwege oder das Suchen nach der richtigen Beatmungstechnik würde in dieser Phase nur wertvolle Zeit kosten. Die Leitlinien des German Resuscitation Council (GRC) und des European Resuscitation Council (ERC) spiegeln diese Priorisierung wider.

Das ABC bleibt als Merkhilfe gültig

Diese Verschiebung entwertet das ABC nicht – sie schärft es. Die drei Buchstaben stehen weiterhin für die drei Säulen der Reanimation. Nur die Reihenfolge der Dringlichkeit hat sich beim Herzstillstand des Erwachsenen geändert: Zuerst wird der Kreislauf in Gang gehalten. Für Laien lässt sich das sogar noch einfacher zusammenfassen, wie der Abschnitt zu Prüfen · Rufen · Drücken weiter unten zeigt. Wer die Zusammenhänge der Herzdruckmassage vertiefen möchte, findet sie ausführlich im Ratgeber Reanimation und Wiederbelebung.

ABC und CAB im direkten Vergleich

AspektKlassisches ABCModernes Vorgehen (CAB-Betonung)
Erster SchrittAtemwege freimachenSofort Herzdruckmassage beginnen
LeitgedankeSauerstoff zuführenVorhandenen Sauerstoff im Kreislauf halten
BeatmungFrüh und zentralWichtig, aber nachrangig; für Laien optional
ZielAlle Funktionen sichernZeit bis zur Frühdefibrillation überbrücken
Gilt besonders fürLehr- und Prüfschema, klinische BeurteilungPlötzlicher Herzstillstand des Erwachsenen

A wie Atemwege (Airway)

Der erste Buchstabe steht für die Atemwege. Damit Luft in die Lunge gelangen kann, muss der Weg von Mund und Nase bis zu den Bronchien frei sein. Bei einer bewusstlosen Person ist genau das gefährdet: Die Muskulatur erschlafft, und die Zunge kann nach hinten fallen und den Rachen verlegen. Deshalb gilt A bei jeder bewusstlosen Person, die noch atmet, als vorrangige Maßnahme.

Atemwege freimachen – so geht es

Um die Atemwege zu öffnen, legen Sie eine Hand auf die Stirn der Person und die Fingerspitzen der anderen Hand unter das Kinn. Neigen Sie den Kopf vorsichtig nach hinten (Überstrecken) und heben Sie gleichzeitig das Kinn an. Diese einfache Bewegung hebt die zurückgefallene Zunge vom Rachen ab und schafft in den meisten Fällen sofort einen freien Atemweg. Sichtbare Fremdkörper im Mund – etwa erbrochenes Material oder eine verrutschte Zahnprothese – können Sie vorsichtig entfernen; nach unsichtbaren Objekten sollten Sie nicht blind tasten.

Die stabile Seitenlage

Atmet eine bewusstlose Person normal, gehört sie in die stabile Seitenlage. In dieser Position bleibt der Kopf überstreckt, der Mund ist der tiefste Punkt, und Flüssigkeit oder Erbrochenes können abfließen, statt in die Lunge zu gelangen. Kontrollieren Sie in der Seitenlage regelmäßig die Atmung, denn sie kann jederzeit aussetzen. Hört die normale Atmung auf, drehen Sie die Person sofort auf den Rücken und beginnen mit der Herzdruckmassage.

Die tückische Schnappatmung

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: die Schnappatmung. In den ersten Minuten nach einem Herzstillstand macht der Körper oft noch vereinzelte, röchelnde oder schnappende Atemzüge. Diese sehen aus wie Atmung, sind aber keine – sie versorgen den Körper nicht mit Sauerstoff. Viele Ersthelfer werden dadurch in die Irre geführt und zögern. Eine langsame, unregelmäßige, schnappende oder röchelnde Atmung ist kein Lebenszeichen. Behandeln Sie sie wie einen Atemstillstand und handeln Sie sofort.

B wie Beatmung (Breathing)

Der zweite Buchstabe steht für die Beatmung – die Frage, ob die Person selbst ausreichend atmet und, falls nicht, ob ihr über eine Atemspende Sauerstoff zugeführt werden muss. Zunächst wird die Atmung geprüft, danach – wenn nötig – unterstützt.

Atmung prüfen: sehen, hören, fühlen

Bringen Sie nach dem Freimachen der Atemwege Ihr Ohr über Mund und Nase der Person und blicken Sie dabei auf den Brustkorb. Für höchstens zehn Sekunden gilt: Sehen Sie, wie sich der Brustkorb hebt und senkt? Hören Sie Atemgeräusche? Fühlen Sie einen Luftstrom an Ihrer Wange? Nur wenn Sie eine normale, regelmäßige Atmung eindeutig feststellen, atmet die Person selbst. Im Zweifel – und bei Schnappatmung – gehen Sie von einem Atemstillstand aus.

Die Atemspende

Atmet die Person nicht normal, können geübte oder bereite Helfer eine Atemspende geben. Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung überstrecken Sie den Kopf, verschließen die Nase mit zwei Fingern, umschließen den Mund der Person mit Ihren Lippen und blasen so viel Luft ein, dass sich der Brustkorb sichtbar hebt. Bei der Mund-zu-Nase-Beatmung verschließen Sie stattdessen den Mund. Zwei Atemspenden folgen jeweils auf 30 Herzdruckmassagen – das bekannte Verhältnis 30:2.

Hygiene und Eigenschutz bei der Beatmung

Viele Menschen zögern bei der Atemspende aus hygienischen Gründen. Diese Hemmung ist verständlich – und es gibt einfache Lösungen. Ein Beatmungstuch BT-DRY mit integriertem Ventil oder eine Air-Vita Bi-Protect Beatmungsmaske legen eine schützende Barriere zwischen Helfer und betroffene Person und ermöglichen eine hygienische Beatmung. Wie Sie sich im Notfall richtig schützen, vertieft der Ratgeber Hygiene und Infektionsschutz im Notfall.

Wenn Sie sich die Beatmung nicht zutrauen

Wer sich eine Atemspende nicht zutraut oder keine Schutzausrüstung hat, lässt sie weg und drückt stattdessen ununterbrochen. Die reine Herzdruckmassage ohne Beatmung – die sogenannte Hands-Only-Wiederbelebung – ist ausdrücklich erwünscht und rettet Leben. Das B darf niemals ein Grund sein, das lebenswichtige C aufzuschieben.

C wie Circulation (Kreislauf & Herzdruckmassage)

Der dritte Buchstabe – C für Circulation, den Kreislauf – ist im modernen Verständnis der wichtigste. Steht das Herz still, muss die Herzdruckmassage den Blutkreislauf mechanisch ersetzen und Sauerstoff zu Gehirn und Organen transportieren. Sie ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die Laien leisten können.

Herzdruckmassage Schritt für Schritt

  1. Lagerung: Legen Sie die Person auf den Rücken auf eine harte, ebene Unterlage – der Boden ist ideal.
  2. Handposition: Setzen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs (untere Hälfte des Brustbeins). Legen Sie die zweite Hand darüber und verschränken Sie die Finger.
  3. Körperhaltung: Strecken Sie die Arme durch und bringen Sie die Schultern senkrecht über den Brustkorb, um mit dem Körpergewicht zu arbeiten.
  4. Drucktiefe: Drücken Sie den Brustkorb 5 bis 6 cm tief ein – kräftig und kontrolliert.
  5. Frequenz: Halten Sie 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Das entspricht etwa dem Takt vieler bekannter Lieder.
  6. Entlastung: Lassen Sie den Brustkorb nach jeder Kompression vollständig zurückkommen, ohne die Hände abzuheben.
  7. Durchhalten: Drücken Sie möglichst ohne Pause. Wechseln Sie sich, wenn möglich, alle ein bis zwei Minuten mit einer weiteren Person ab, denn Drücken ist anstrengend.

Den richtigen Takt halten

Vielen Helfern fällt es schwer, Frequenz und Tiefe gleichmäßig zu halten – besonders unter Stress und mit fortschreitender Erschöpfung. Hier hilft ein HLW-Metronom, das den Rhythmus akustisch vorgibt. Eine handliche Unterstützung ist die LifePad-Reanimationshilfe, die Ersthelfer mit einem integrierten Metronom durch Frequenz und Drucktiefe führt und sich für Training und Ernstfall gleichermaßen eignet.

Werte für Erwachsene, Kinder und Säuglinge

ParameterErwachseneKinder (ab 1 Jahr)Säuglinge (unter 1 Jahr)
Drucktiefe5–6 cmca. ein Drittel des Brustkorbsca. ein Drittel des Brustkorbs
Frequenz100–120/min100–120/min100–120/min
Verhältnis Druck : Beatmung30:230:2 (Laien)30:2 (Laien)
DruckpunktBrustmitte, beide HändeBrustmitte, ein oder zwei HändeBrustmitte, zwei Finger

D wie Defibrillation (AED)

Viele Erste-Hilfe-Konzepte erweitern das klassische ABC um einen vierten Buchstaben: D wie Defibrillation. Der Grund ist, dass ein plötzlicher Herzstillstand beim Erwachsenen sehr häufig durch Kammerflimmern ausgelöst wird – ein chaotisches elektrisches Zucken des Herzmuskels, bei dem das Herz zwar Strom, aber keinen geordneten Schlag mehr erzeugt. Aus diesem Zustand bringt allein die Herzdruckmassage das Herz meist nicht zurück. Was hilft, ist ein gezielter Stromstoß: die Defibrillation.

Was ein AED leistet

Ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) macht die Defibrillation für Laien möglich. Das Gerät analysiert den Herzrhythmus selbstständig über zwei Klebeelektroden und gibt einen Schock ausschließlich dann frei, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Sie müssen als Helfer nichts beurteilen – der AED übernimmt die Entscheidung und führt Sie per Sprach- und Grafikansage durch jeden Schritt. Die Frühdefibrillation ist ein eigenes, zentrales Glied der Rettungskette, denn ihre Wirkung ist am größten, wenn sie so früh wie möglich erfolgt.

So fügt sich das D in das ABC ein

Der AED ersetzt die Herzdruckmassage nicht – er ergänzt sie. Während eine Person weiter drückt, holt und öffnet eine zweite den AED und klebt die Elektroden auf. Nur für die Analyse und einen eventuellen Schock wird kurz pausiert und die Person nicht berührt; danach wird sofort weiter gedrückt. Die genaue Handhabung erklärt der Ratgeber AED richtig anwenden Schritt für Schritt.

Ein anwenderfreundliches Beispiel

Ein Beispiel für ein besonders einfach zu bedienendes Gerät ist der aluderm-AED A2. Er gibt den Schock laut Herstellerangaben vollautomatisch – also ohne Auslöseknopf – in rund sieben Sekunden ab, führt per Sprach- und Grafikanweisung mit HLW-Metronom durch die Herzdruckmassage und verfügt über eine Kindertaste für die Reanimation von Kleinkindern. Batterie und Elektroden sind je bis zu fünf Jahre haltbar. Das Gerät ist MDR-konform und wird mit acht Jahren Hersteller-Garantie der W. Söhngen GmbH angeboten. Ob voll- oder halbautomatisch das Richtige ist, erläutert der Ratgeber Vollautomatisch oder halbautomatisch. Ein unverbindliches Angebot lässt sich jederzeit über die Produktübersicht anfordern. Merksatz: Ein AED ist nie ein Grund, mit dem Drücken zu warten – zuerst und ununterbrochen die Herzdruckmassage, den AED anlegen, sobald er da ist.

Das erweiterte ABCDE-Schema der Profis

Rettungsdienst und Klinik nutzen eine erweiterte Form des ABC: das ABCDE-Schema. Es dient nicht nur der Reanimation, sondern der strukturierten Untersuchung jedes kritisch kranken oder verletzten Menschen. Wichtig zu wissen: In diesem professionellen Beurteilungsschema stehen D und E für andere Begriffe als das laienhafte „D wie Defibrillation“.

Für Laien ist das ABCDE-Schema nicht gedacht – es setzt Ausbildung und Ausrüstung voraus. Es zeigt aber schön, wie sich die einfache Merkhilfe zu einem vollständigen Beurteilungssystem ausbauen lässt. Für die Laienreanimation genügen die ersten drei Buchstaben plus das D der Defibrillation. Wer sich für den strukturierten Notfall-Ablauf und die passende Ausstattung interessiert, findet Hinweise im Ratgeber Sicherheit und Erste Hilfe.

Das ABC für Laien: Prüfen · Rufen · Drücken

So lehrreich das ABC ist – für den absoluten Ernstfall haben die deutschen Fachgesellschaften eine noch einfachere Formel geschaffen, die niemand vergessen kann: „Prüfen · Rufen · Drücken“. Sie übersetzt das ABC in drei Handlungen, die jeder Laie ohne Ausbildung leisten kann.

Diese Kurzform nimmt Helfern die Angst, etwas Falsches zu tun. Sie enthält alles Wesentliche des ABC – nur ohne die Fachbegriffe. Wer sie beherrscht, hat das Wichtigste bereits verinnerlicht. Eine ausführliche Anleitung dazu bietet der Ratgeber Reanimation und Wiederbelebung.

Die Rettungskette im Überblick

Das ABC ist eingebettet in die Rettungskette – die Abfolge von Maßnahmen, die im Notfall ineinandergreifen: frühes Erkennen und Alarmieren, frühe Herz-Lungen-Wiederbelebung, frühe Defibrillation, erweiterte Maßnahmen durch den Rettungsdienst und die Versorgung nach der Reanimation. Die ersten drei Glieder liegen in der Hand von Laien – und genau dort entscheidet sich am meisten über das Überleben.

Das ABC bei Kindern und Säuglingen

Bei Kindern und Säuglingen gilt eine wichtige Besonderheit: Ein Kreislaufstillstand entsteht hier deutlich häufiger durch einen Sauerstoffmangel (etwa durch Ersticken, Ertrinken oder Atemwegsprobleme) als durch ein primäres Herzproblem. Deshalb rückt bei Kindern das B – die Beatmung – wieder stärker in den Vordergrund. Das ABC kehrt hier gewissermaßen zu seiner ursprünglichen Reihenfolge zurück.

Das Vorgehen bei Kindern

Wer sich unsicher ist oder die Kinder-Besonderheiten nicht parat hat, wendet einfach das Erwachsenen-Schema an. Auch das ist immer noch weit besser als Nichtstun – der wichtigste Grundsatz gilt für jedes Alter.

Häufige Irrtümer rund um das ABC

Um das ABC der Reanimation ranken sich hartnäckige Missverständnisse. Sie halten Menschen davon ab zu helfen – dabei lösen sie sich bei näherem Hinsehen auf.

IrrtumRichtigstellung
„Ich muss erst die Atemwege perfekt freimachen, bevor ich drücke.“Beim Herzstillstand des Erwachsenen zählt das sofortige Drücken. Überstrecken genügt, danach Drücken hat Vorrang.
„Ohne Beatmung ist die Wiederbelebung sinnlos.“Die reine Herzdruckmassage (Hands-Only) ist ausdrücklich empfohlen, wenn man sich die Beatmung nicht zutraut.
„Ich könnte mit dem AED jemanden verletzen.“Der AED gibt nur bei einem schockbaren Rhythmus einen Schock frei. Liegt keiner vor, löst er nicht aus.
„Schnappatmung heißt, die Person atmet noch.“Schnappatmung ist kein Lebenszeichen. Sie muss wie ein Atemstillstand behandelt werden.
„Bei gebrochenen Rippen muss ich aufhören.“Rippenbrüche sind möglich, aber nachrangig. Weiterdrücken – der Kreislauf hat Vorrang.
„Reanimation kann nur, wer einen Kurs hat.“Die Leitstelle leitet Sie am Telefon an. Prüfen · Rufen · Drücken kann jeder.

Rechtssicherheit für Ersthelfer

Die Sorge, für Fehler belangt zu werden, hält viele vom Helfen ab. Diese Sorge ist unbegründet. In Deutschland ist jede Person zur Hilfeleistung verpflichtet, soweit sie zumutbar und ohne erhebliche eigene Gefahr möglich ist – das Unterlassen kann sogar strafbar sein (unterlassene Hilfeleistung nach § 323c StGB).

Von Laien wird kein perfektes Handeln erwartet

Umgekehrt sind Ersthelfer, die nach bestem Wissen und Gewissen helfen, rechtlich geschützt. Von Laien wird ausdrücklich kein perfektes, medizinisch korrektes Handeln verlangt, sondern der ernsthafte Versuch zu helfen. Wer den Notruf absetzt und mit der Herzdruckmassage beginnt, handelt richtig – selbst wenn dabei eine Rippe bricht oder nicht jeder Handgriff sitzt. Für den betrieblichen Kontext regeln zusätzlich die Vorgaben der DGUV zur Ersten Hilfe die Ausbildung und Ausstattung. Wer die eigene Notfallvorsorge organisieren möchte, findet praktische Hinweise im Ratgeber Sicherheit und Erste Hilfe.

Das ABC üben und behalten

Wissen allein rettet keine Leben – es muss im entscheidenden Moment abrufbar sein. Am besten gelingt das durch Wiederholung. Ein Erste-Hilfe-Kurs, regelmäßige Auffrischungen und das gelegentliche Durchspielen des ABC im Kopf sorgen dafür, dass die Handgriffe im Ernstfall sitzen. Wer einmal an einer Übungspuppe gedrückt und einen Trainings-AED bedient hat, zögert im entscheidenden Moment weniger – und genau dieses Zögern kostet die wertvollsten Sekunden.

Die drei Kernsätze zum Mitnehmen

Das ABC der Reanimation ist damit mehr als eine Eselsbrücke – es ist ein Handlungsplan, den jeder verinnerlichen kann. Ergänzt um das D der Defibrillation deckt es die entscheidenden ersten Minuten ab, in denen sich über Leben und Tod entscheidet. Wer eine passende AED-Ausstattung für Verein, Betrieb, Kommune oder das eigene Umfeld zusammenstellen möchte, kann jederzeit ein kostenloses, unverbindliches Angebot über die Produktübersicht anfordern.

Häufige Fragen

Wofür stehen die Buchstaben im ABC der Reanimation?
A steht für Atemwege (Airway), B für Beatmung (Breathing) und C für Circulation, also den Kreislauf mit der Herzdruckmassage. Viele Konzepte ergänzen ein D für Defibrillation mit dem AED. Das ABC ist eine Merkhilfe, die die lebenswichtigen Funktionen in eine sinnvolle Reihenfolge bringt.
Warum kommt heute die Herzdruckmassage vor der Beatmung?
Beim plötzlichen Herzstillstand des Erwachsenen ist in den ersten Minuten noch sauerstoffreiches Blut vorhanden – es muss nur in Bewegung gehalten werden. Deshalb betonen die Leitlinien das sofortige Drücken (sinngemäß CAB statt ABC). Jede Sekunde ohne Herzdruckmassage senkt die Überlebenschance.
Was bedeutet das D im ABC der Reanimation?
In der Ersten Hilfe steht das D meist für Defibrillation – den Einsatz eines AED. Ein plötzlicher Herzstillstand wird beim Erwachsenen häufig durch Kammerflimmern ausgelöst, das oft nur ein Elektroschock beenden kann. Im professionellen ABCDE-Schema steht D dagegen für Disability, also den neurologischen Zustand.
Muss ich das ganze ABC können, um zu helfen?
Nein. Für den Ernstfall genügt die Kurzform Prüfen · Rufen · Drücken: prüfen, ob die Person reagiert und normal atmet; über 112 Hilfe rufen; sofort kräftig auf die Brustmitte drücken. Das enthält alles Wesentliche des ABC ohne Fachbegriffe. Die Leitstelle leitet Sie am Telefon zusätzlich an.
Was ist der Unterschied zwischen ABC und ABCDE?
Das ABC (A-B-C, oft plus D für Defibrillation) ist die Merkhilfe für die Laienreanimation. Das ABCDE-Schema ist die strukturierte Untersuchung kritisch kranker Menschen durch Profis: A Airway, B Breathing, C Circulation, D Disability (Neurologie), E Exposure/Environment. Für Laien sind die ersten Buchstaben plus die Defibrillation entscheidend.
Gilt das ABC bei Kindern anders?
Ja, mit einer Betonung: Da bei Kindern häufig Sauerstoffmangel die Ursache ist, hat die Beatmung einen höheren Stellenwert. Geübte Helfer beginnen mit fünf initialen Atemspenden, dann 30:2. Drucktiefe etwa ein Drittel des Brustkorbs, bei Säuglingen mit zwei Fingern. Wer unsicher ist, wendet das Erwachsenen-Schema an – das ist besser als Nichtstun.
Kann ich beim ABC etwas falsch machen?
Kaum etwas ist so folgenreich wie Nichtstun. Eine Person im Herzstillstand hat bereits keinen Kreislauf – alles, was ihn wieder in Gang bringt, hilft. Selbst ein Rippenbruch ist nachrangig. Der AED entscheidet selbst über einen Schock, und von Laien wird kein perfektes Handeln erwartet, sondern der ernsthafte Versuch zu helfen.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder Förderberatung. Inhaltlicher Stand: 10.08.2026.

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